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02.04.2019

Wenn das Leben um Hilfe ruft

Angehörige zwischen Hingabe, Pflichtgefühl und Verzweiflung
Eine Kooperationsveranstaltung mit der VHS
Referentin: Prof. Dr. Annelie Keil (Soziologin)
19.00 Uhr vhs-Treffpunkt


 
Es war ein ganz besonderer Abend, zu dem die VHS Langenhagen und der Hospizverein Langenhagen e.V. eingeladen hatten.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht und alle warteten voller Spannung auf Frau Prof. Dr. Keil, die mit leichter Verspätung ankam und munter drauf los erzählte, von ihrem Auto, das nicht anspringen wollte und sie kurzerhand die Bahn nehmen ließ, um noch halbwegs pünktlich in Langenhagen anzukommen.

Ich hörte Frau Prof. Dr. Keil zum ersten Mal und war sehr angetan. Wie einleuchtend sie ihre Ansichten schilderte und dazu ermunterte,  die Situationen, die uns belasten, immer wieder von außen zu betrachten. Uns aufforderte, uns immer wieder in die andere Person hineinzuversetzen, um so zu einer oft völlig anderen Sichtweise zu kommen. Viele ihrer Ansichten schildert Frau Prof. Dr. Keil in ihrem neuen Buch.

Wie können wir Angehörige damit umgehen, wenn die Erkrankung Alzheimer in die Beziehung einzieht und man plötzlich geheimnisvoll zu dritt ist?

Wer in der Familie fühlt sich zuständig, wenn ein Familienmitglied pflegebedürftig wird? Jeder Mensch wird als Angehöriger geboren. Wir gehören von Anfang an und bis zum Ende zu anderen Menschen, zu Eltern und Verwandten, zu Freunden und Nachbarn, in eine Gesellschaft, eine Kultur, eine Zeitgeschichte, aber vor allem zur Menschenfamilie. Lebenslang müssen wir immer wieder im konkreten Leben lernen, welche Aufgaben damit verbunden sind und was es konkret bedeutet, Angehörige(r) zu sein, sich zuständig zu fühlen, sich einzusetzen, zu lieben oder als Eltern, erwachsene Kinder oder Partner in der Rolle der pflegenden Angehörigen immer wieder überfordert zu sein.

Frau Prof. Dr. Keil hat die Gabe, Menschen zum Nachdenken anzuregen! Eine durchaus wichtige Erkenntnis ist, dass es uns als Angehörige gut gehen muss, dass wir für uns selber sorgen müssen, um pflegen zu können, auch um die nötige Kraft dafür zu haben.

Wir hätten Frau Prof. Keil an diesem Abend noch lange zuhören können. Ihre bereichernden Denkansätze können wir jedoch verinnerlichen und versuchen, sie in unseren Alltag einzubringen.

Es war ein wunderbarer Abend und wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit dieser wunderbaren Frau.

Johanna Holze



Frau Prof. Dr. Annelie Keil


Elke und Michaela bedanken sich im Namen aller mit Blumen

Hospizverein Langenhagen e. V. - Walsroder Straße 65 - 30851 Langenhagen - 0511 9402122