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22.06.2020

Gedanken zu CORONA


 
In den letzten Monaten waren und sind wir ganz besonderen Herausforderungen wegen der Corona-Krise ausgesetzt. Viele Menschen wurden auf sich selbst zurückgeworfen. Wir mussten uns mit völlig veränderten, auch beängstigenden Situationen im Privatleben und im Hospizverein auseinandersetzten und wir haben ganz unterschiedliche Wege gesucht und gefunden, diese zu tun.
Unser Ehrenmitglied Hajo Walter ist kreativ geworden und hat in dieser besonderen Zeit unter anderem zwei Gedichte geschrieben, die uns – auch wegen ihrer Unterschiedlichkeit – so angesprochen haben, dass wir sie mit Ihnen teilen möchten.

Ket


Im ersten Text findet sich eine kreative Auseinandersetzung mit den Viren während der akuten Phase des „shutdowns“:

Vervirte Verse

Leer gefegt all die Straßen, sind die Gassen
darf man lyrisch diese große Not erfassen?
weshalb verordnet ist strenger Hausarrest
auf das vervirten Kontakt man unterlässt
und was freie Menschen sonst hassen
sie lassen einen Maulkorb sich verpassen
Corona, so wird genannt die Pandemie
auch COVID 19, egal, gehört zuvor noch nie
fast unsichtbar ist der Feind den wir erleben
verursacht ein Weltbeben wie es nie gegeben
langsam dämmert‘s, wird es bewusst
das ist die Situation für großen Frust
verbreitet sich nur Angst und Schrecken
am Horizont kein Silberstreif zu entdecken
wie im dunklen Wald ertönt mein Pfeifen
nur galgenhumorig lässt sich‘s begreifen
die Zeit ist voll vom Ernst durchfressen
schlimm, wenn wir das Lächeln ganz vergessen
so bedenkt, Wertpapiere sind groß im kommen
drum hab rollenweise Klopapier mir mitgenommen

Hajo Walter





Der zweite Text – entstanden aus einer Begleitsituation  drückt trotz Notlage Zuversicht aus:

Sonnenaufgang

Aus dem tintenblau einer endlos tiefen Nacht
erstrahlt die Sternensaat aus der der neue Tag gemacht
der Planet gewinnt Gestalt, er bekommt Kontur
aus dem Morgengrau erwacht behutsam die Natur
zaghaft, zaudernd ist zunächst sein hell Beginnen
Wolkenreste hinfort, es beginnt der Tag zu gewinnen
am Horizont der Feuerball machtvoll ohne gleichen
dem Sonnenschein muss das Schattenreich jetzt weichen
das nehmen wir an, so selbstverständlich ohne es zu bedenken
lassen uns mit Lebenslicht, mit Lebenszeit beschenken

Hajo Walter




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